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Gasser, Bruno (1947-2010†)

Kontakt-Adresse:

Bruno (1947-2010†) Gasser



Website: http://www.brunogasser.ch


Biografische Angaben
1947   geboren in Winterthur, (†2010 in Basel) 
19641967 Ausbildung zum Bühnenbildner 
19681970 Studium an der Malfachklasse der Schule für Gestaltung, Basel. Prägender Lehrer war Franz Fedier, der nicht nur das Handwerk, sondern auch Selbstmanagement vermittelte. Kunstgeschichtliche Studien an der Universität Basel unter anderem bei Gottfried Boehm. 
1971   Kunstakademie Düsseldorf und Stipendiat des Schweizer Instituts in Rom. 
1973   Cité Internationale des Arts in Paris 
1974   Designstudien an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam 

Wichtige Werke
   Öffentliche Kunstsammlung Basel, Kupferstichkabinett 
1998   Gras, Wandbild Migrosbank Aeschenplatz, Basel 
1999   Gras, Stahl, Kreisel Sternenfeld, Birsfelden 
   National Versicherung, Basel 
   Banca del Gottardo, Lugano 
   Kunsthaus Zürich 
   Graphische Sammlung der ETH Zürich 

Stipendien, Preise, Auszeichnungen, Wettbewerbserfolge
1971   Eidgenössisches Kunststipendium 
1972   Eidgenössisches Kunststipendium 
1973   Eidgenössisches Kunststipendium 

Freier Text
   Bruno Gasser wurde 1947 in Winterthur geboren. Nach einer Ausbildung zum Bühnenbildner und dem Studium an der Malfachklasse der Schule für Gestaltung in Basel bezog er ein Atelier in der Ateliergenossenschaft Kaserne, in dem er bis zuletzt arbeitete. 1971, 1972 und 1973 erhielt Gasser (als erster dreimal in Folge) das Eidgenössische Kunststipendium, welches ihn nach Rom, Düsseldorf und Paris führte und einen regen internationalen und interdisziplinären Austausch ermöglichte. Es folgten weitere Stipendien und Auslandaufenthalte und ein umfangreiches künstlerisches Werk.

Unzählige Ausstellungen im In- und Ausland, Kunstwerke im öffentlichen Raum, Künstlerbücher, Publikationen über Kunstschaffende sowie diverse Filmdokumentationen machten Bruno Gasser zu einem der vielseitigsten und interessantesten Kunstschaffenden der Region. Durch den Aufbau und die künstlerische Leitung des Rappaz-Museums hat er auch einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Reichtum Kleinbasels geleistet.

Im Zentrum von Bruno Gassers Kunst steht ein eher unbeachtetes und doch weit verbreitetes Stück Natur, das Gras. Oszillierend zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion untersucht er anhand des Themas, das ihn ein Leben lang beschäftigte, die grundlegenden Fragen der Malerei und der Wahrnehmung: es geht um die Wirkung von Farbe und Licht, um Strukturen und Rhythmen, um serielle Abfolgen. Dabei vollzieht sich die Entwicklung des künstlerischen Projekts im Wechsel der Techniken und Gattungen zuerst zweidimensional – von der Acrylmalerei über die Graphit- und Fettkreidezeichnungen zurück zur Acrylmalerei –, und ab den 1990er-Jahren auch dreidimensional: Grossplastiken aus dünnem Stahl reproduzieren nicht nur die Gestalt, sondern simulieren auch die Bewegungsdynamik des Grases.

Der 2010 verstorbene Künstler verstand sein Schaffen als Denken in Farbe, aber auch als Moment der Kommunikation. Tatsächlich berüht, schärft, erweitert und beeinflusst die vitale Vielfalt von Gassers Grasmalerei die Wahrnehmung des Betrachters und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck. Werke von Bruno Gasser sind an verschiedenen Orten des öffentlichen Raums in Basel zugänglich.

Eveline Suter, 2008
 


   
  Bruno Gasser  
     
   
  Bruno Gasser  
     
   
  Bruno Gasser  
     
   
  Bruno Gasser  
     
   
  Bruno Gasser  
     
   
  Bruno Gaseer, «WAS WÄRE PASSIERT, WENN TELL DANEBEN GESCHOSSEN HÄTTE? DER PFEIL WÄRE INS GRAS GEFLOGEN!», Offset (Siebdruck?) auf Papier 64 x 90,5 cm, rückseitig numeriert (Auflage 100 Ex.), signiert und datiert 1973. Gassers ironischer Beitrag zur Wanderausstellung TELL 73.